Parapsychologie (aus dem altgriechischen Wort, zusammengesetzt para – neben, Psyche – die Seele und Logos – das Wort) befasst sich mit über das Gewöhnliche hinaus, wie übersinnliche Kommunikation, Wahrnehmung oder die Beeinflussung physikalischen Zustände.
Zu den zwischen den pathologischen Zuständen und den normalen Zuständen des Seelenlebens angesiedelten Erscheinungen gehörten zunächst vor allem die Phänomene des Mesmerismus wie Hypnose undanimalischer Magnesimus.
Die Parapsychologie versteht sich selbst als wissenschaftlicher Forschungszweig. Der Begriff „Parapsychologie“ wurde von dem Psychologen Max Dessoirum 1889 eingeführt. „Bezeichnet man ... mit Para – etwas, das über das Gewöhnliche hinaus oder neben ihm hergeht, so kann man vielleicht die aus dem normalen Verlauf des Seelenlebens heraustretenden Erscheinungen parapsychische, die von ihnen handelnde Wissenschaft „Parapsychologie“ nennen. …Das Wort ist nicht schön, aber es hat meines Erachtens den Vorzug, ein bisher noch unbenanntes Grenzgebiet zwischen dem Durchschnitt und den abnormen, pathologischen Zuständen kurz zu kennzeichnen.“
Die Geschichte der Parapsychologie begann 1862 mit der Gründung des Ghost Club in England, der es sich zur Aufgabe machte, Geistererscheinungen zu untersuchen. 20 Jahre später 1882 wurde die Society for Psychical Research (SPR) in London gegründet. Die SPR war der erste systematische Versuch, Wissenschaftler und Gelehrte in einer Organisation zu versammeln, um eine kritische und nachhaltige Erforschung paranormaler Phänomene zu gewährleisten. Zu den frühen Mitgliedern der SPR gehörten Philosophen, Gelehrte, Wissenschaftler, Pädagogen und Politiker
Die SPR teilte ihre Forschungsgegenstände in verschiedene Klassen ein: Telepathie, Hypnose, Geistererscheinungen und die parapsychologischen Begleitphänomene des Spiritismus wie das Tischrücken und Materialisationen.
In Deutschland gründeten 1886Albert Freiherr von Schrenck-Notzing undCarl du Prel die Psychologische Gesellschaft in München. Sie führte Untersuchungen zur Hypnose und zurTelekinese durch. Vor allem die gut dokumentierten Telekineseversuche in den 1920er und 1930er Jahren an der Münchener Universität, die Schrenck-Notzing im Beisein von Ärzten und Prominenten vorführte, machten die Parapsychologie in Deutschland bekannt.
1950 wurdedas Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene(IGPP) inFreiburg in Breisgau von dem Parapsychologen Hans Bender gegründet. Schwerpunkte waren damals die Erforschung von Spukfällen sowie Laborversuche zu außersinnlicher Wahrnehmung und Psychokinese. Heute beschäftigt sich das Institut „mit der systematischen und interdisziplinären Erforschung von bisher unzureichend verstandenen Phänomenen und Anomalien an den Grenzen unseres Wissens. Dazu zählen veränderte Bewusstseinszustände und Erfahrungsbereiche, psychophysische Beziehungen sowie deren soziale, kulturelle und historische Kontexte aus den Perspektiven von Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften.“